| Schnitzelbank
Ein Schnitzelbank ist eine Zusammenstellung kurzer Verse, die meist rhythmisch
oder gesanglich vorgetragen werden und die Zuhörer mit der humorvollen Schilderung
aktueller oder allgemein menschlicher Vorkommnisse erheitern sollen.
Besondere Schwierigkeit und Reiz bestehen darin, ein Thema bei der Zuhörerschaft in
sehr wenigen Worten anzusprechen und ihm mit einer Pointe eine verblüffende Wendung zu
geben: in je kürzeren und wenigeren Zeilen das bewerkstelligt wird, desto höher ist die
Kunst des Schnitzelbänklers. Schnitzelbänke werden zu Hochzeits- und anderen Festen,
Fasnacht usw. verfasst und von Einzelpersonen oder kleinen Gruppen vorgetragen. Oft wird
der Vortrag mit einem oder wenigen Musikinstrumenten begleitet, und meist zeigen die
Schitzelbänkler vor und zu den einzelnen Versen dazugehörige Plakate (Helgen), welche
ins Thema des Verses einführen, die Pointe aber nicht vorwegnehmen dürfen.
Geschichte
Schnitzelbänke stehen in der Tradition des Bänkelsangs. Sie sind ein tragendes
Element der Basler Fasnacht in Basel. Sie sind aber auch
in anderen Orten in der Schweiz und in Südwestdeutschland bekannt und werden im Rahmen
der schwäbisch-alemannischen Fastnacht vorgetragen. Oft sind sie vom örtlichen Dialekt
mitgeprägt.
Historische Grundzüge zu Bänkel- und Moritatensängern im 17.-19. Jhdt. zum heutigen
Schnitzelbank wurden wegen der Affinität zum Spott mehrfach angeführt, jedoch konkrete,
etymologische Belege hierzu blieben bisher aus.
Der oder die Schnitzelbank?
In und um Basel wird die maskuline Form: der Schnitzelbank verwendet, wenn man
von den fasnächtlichen Sängern spricht; wogegen zum Beispiel bei Werkbank die
weibliche Form gilt.
|
Dieser Text stammt aus der freien
Enzyklopädie Wikipedia |
|