| Trommelweib
Das Trommelweib ist eine Figur die regelmäßig in Gruppen im Fasching in der
Stadt Bad Aussee in der Steiermark auftritt. Alle Trommelweiber sind männlich und tragen
Frauenmasken sowie ein vorwiegend weißes Gewand, dass auch als Nachtgewand gesehen werden
kann.
Das Obertrommelweib führt den Zug an, der aus einigen Musikanten, die den
traditionellen Ausseer Faschingmarsch spielen sowie einer großen Anzahl von Trommlern
besteht. Es wird ständig ein sehr einprägsamer Rhythmus getrommelt, der die
Trommelweiber schon von weitem ankündigt.
Um in den Kreis der Trommelweiber aufgenommen zu werden, ist eine Aufnahmeprüfung
vorgesehen. Die Novizen müssen ein Achtel Liter Schnaps trinken und eine scharfe
Pfefferoni verspeisen. Früher wurden Novizen mit Schnaps aufgewogen. Eine Ausnahme im
Aufnahmeverfahren stellen die Musikanten dar: Um spielfähig zu bleiben, wird ihnen die
Prozedur erspart.
Die Trommelweiber treten einerseits am Faschingmontag auf und symbolisieren das
Bürgertum. Andererseits das Arbeitertum repräsentierend gibt es eine weitere Gruppe am
Faschingdienstag.
Auch äußerlich gibt es eine kleine Unterscheidung: Die Montagsgruppe stellt sich
etwas farbenträchtiger dar (bunte Schürzen), was aber in der Dienstagsgruppe verpönt
ist. Einige Trommelweiber, die am Dienstag mit dem falschen Kostüm auftreten, werden auch
heute noch schimpfend verjagt.
Der Umzug beginnt frühmorgens: Montags in einem Gasthaus im Zentrum der Stadt,
Dienstags in einem Feuerwehrdepot etwas außerhalb des Ortes. Es werden verschiedene
Lokalitäten aufgesucht, in denen die Trommelweiber eine zeitlang verweilen und in denen
sie verköstigt werden (vor allem mit Bier und Schnaps, Krapfen, Würstchen und
Gulaschsuppe). Es gibt nur wenige Stationen, die beide Gruppen besuchen.
Trommelweiber gibt es auch in Grundlsee und in anderen Ortsteilen von Bad Aussee. In
Altaussee hingegen gibt es eine kleine Abwandlung des Brauchtums: Getrommelt wird
ausschließlich von Frauen, nur unter den Musikanten dürfen auch Männer auftreten.
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