Karneval 2011

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Karneval

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Karneval

Als Karneval, Fasching oder Fas(t)nacht bezeichnet man traditionell die Zeit der Ausgelassenheit, Fröhlichkeit und überschäumenden Lebensfreude vor Beginn der österlichen Fastenzeit (Passionszeit). Ihren Ausdruck findet diese Zeit in den unterschiedlichen Karnevalshochburgen der Welt. Regional wird diese Zeit auch als Fasnet, Fastelov(v)end, Fas(s)enacht, Faslam, Fasteleer, Faasend oder Fosnet bezeichnet.

oberrheinisches narrentreffen IMG_1526.jpg (5567 Byte)

Bedeutung

Fastnacht, Fasnacht, Fasnet

Das Wort Fastnacht und seine regionalen Abwandlungen (in Mainz auch Fassenacht, in der Schweiz Fasnacht, in Baden und Schwaben Fasnet, regional auch Fasent, südlich von Hamburg auch Faslam) werden vor allem in Hessen und Rheinhessen, in der Pfalz, am Mittelrhein sowie in Baden, Schwaben, dem Saarland, Luxemburg (Fuesend), der Schweiz und den westlichen Landesteilen Österreichs (Alpenraum) verwendet. Auch im Rheinland kommt es als Fastelovend oder Fasteleer vor, wurde dort aber im offiziellen Sprachgebrauch durch das Wort Karneval abgelöst. Manche nehmen an, es komme vom Althochdeutschen fasta (Fastenzeit) und naht (Nacht, Vorabend) und bezeichne ursprünglich nur den Tag vor Beginn der Fastenzeit, ab dem 15. Jahrhundert auch die Woche davor. Manchmal wird der Name auch mit faseln = fabulieren erklärt, was jedoch stark angezweifelt wird. Ältere Forscher sprechen von den mittelhochdeutschen Wörtern vasen (sich fortpflanzen) bzw. vaselen (gedeihen, fruchten) und versuchten so, den Ursprung von vorchristlichen Fruchtbarkeitsfesten abzuleiten. Angesichts der Tatsache, dass die anderen Begriffe Fasching und Karneval keiner derartigen Ableitung standhalten, kann diese These allerdings als widerlegt gelten.

Fasching

Vom Fasching spricht man vor allem in Bayern, Österreich, Franken, Sachsen, Brandenburg, Hamburg sowie in Teilen von Hessen, Schwaben und Niedersachsen. Das Wort kommt von Vaschanc, was den Ausschank des Fastentrunks bezeichnete. Heute ist der Begriff auch in Norddeutschland am verbreitetsten, und verdrängt zunehmend die anderen Begriffe im deutschen Sprachgebrauch.

 

Karneval

Das Wort Karneval bezieht man in Deutschland in erster Linie auf den rheinischen Karneval (siehe: Kölner Karneval, Düsseldorfer Karneval, Koblenzer Karneval). Die Herkunft des Begriffs ist nicht eindeutig geklärt. Herleitungen weisen auf

  • mittellat.: carnelevale (-levare) die mit der Fastenzeit bevorstehende „Fleischwegnahme“;
  • lat.: carne vale der Abschiedsruf „Fleisch lebe wohl“.
  • Im 19. Jahrhundert wurde der Begriff auch auf das römische, vorchristliche lat. carrus navalis Schiffskarren, ein Schiff auf Rädern, das bei jährlichen Umzügen zum Wiederbeginn der Schifffahrt durch die Straßen geführt wurde, zurückgeführt. Hieraus soll sich die Tradition des Narrenschiffs gebildet haben. Jedoch ergaben Forschungen, dass das Wort carrus navalis im klassischen Latein nicht existierte.

Karnevaleske Strukturen des Maskierens, Verkleidens und ritualisierter Ausgelassenheit lassen sich in allen Kulturen finden. Eine ganz eigenständige, bemerkenswerte Vitalität entwickelte der Karneval in Lateinamerika.

Weltweit wird der Karneval sehr unterschiedlich gefeiert. Bekannt sind u. a. der Karneval in Rio und der Karneval in Venedig. Auch in den Südstaaten der USA gibt es eine ausgeprägte Karnevalstradition. Man verwendet hier die französische Bezeichnung Mardi Gras (Fetter Dienstag, Fastnachtsdienstag).

Jeder der ca. 18.000 aktiven Fasnachtler trägt ein Kostüm mit einer Larve (Maske), unter der der gesamte Körper verdeckt wird. Der Träger des Kostüms ist darunter nicht zu erkennen. Es gehört zum guten Ton, dass ein Fasnachtler sich nicht in der Öffentlichkeit erkennen lässt. In den Cliquen trägt man, ausser beim Morgestraich und am Fasnachts-Dienstag, einheitliche Kostüme, die meist dem "Sujet" (siehe unten) der Clique angepasst sind. Bei den Kostümen kennt die Fantasie keine Grenzen. Oft sind die Masken Personen des öffentlichen Lebens (Politiker und andere Prominente) nachempfunden, manchmal auch Comic-Figuren oder Tieren. Es gibt aber auch ganz traditionelle Larven, die an die französische Armee der Napoleonischen Kriege erinnern, Harlekine oder die vor allem bei Einzelpersonen und Wagencliquen beliebten Waggis-Masken.

Am auffälligsten sind die Pfeifer- und Tambouren-Cliquen. Diese spielen bei ihrem Gang durch die Innenstadt Märsche auf ihren Piccoloflöten begleitet vom Rhythmus ihrer Basler Trommeln. Die Basler Innenstadt wird somit in diesen drei Tagen zum grössten Pfeifkonzert der Welt. Eine Clique besteht meist aus einem Vortrab (Platzmacher), den Pfeifern, dem Tambourmajor und den Tambouren (Trommlern). Die Cliquen folgen dabei keinen bestimmten Routen (ausser am Cortège, siehe unten). Es kommt dabei immer mal vor, dass mehrere Cliquen den Weg kreuzen. In dem Fall bleibt dann eine Clique einfach stehen und wartet, bis die andere passiert hat. Steht man als Zuschauer einer Clique im Weg, wird man vom Vortrab freundlich beiseite geschoben.

Neben den pfeifenden Cliquen gibt es auch Guggenmusik-Gruppen mit Blechblasinstrumenten. Diese sind allerdings nicht beim Morgestraich anzutreffen, sondern nur bei den Fasnachts-Umzügen (Cortèges) am Montag und Mittwoch und an den Abenden, insbesondere am Dienstagabend bei den Gugge-Konzerten. Weiterhin gibt es zahlreiche Einzelpersonen und kleine Gruppen, die zum Beispiel als Waggis kostümiert durch die Strassen ziehen und "ahnungslose" Zuschauer mit Konfetti (im Baseldeutsch Räppli genannt) bewerfen beziehungsweise es ihnen auch mal in die Jacke stopfen.

Die meisten Cliquen haben sich für die Fasnacht ein so genanntes Sujet (französisch für "Thema") vorgenommen, das während der Fasnacht präsentiert wird. Es handelt sich dabei um Themen der Zeitgeschichte, an denen in meist satirischer Form Kritik geübt wird. Die Sujets werden beim Morgestraich auf Laternen dargestellt. Beim Cortége sind auch die Costüme und oftmals ein Requisit dem Thema angepasst. Praktisch alle Cliquen verteilen ausserdem passende Zeedel (Handzettel mit ironischen Versen).

Dieser Text stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia

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