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Der Orden der Session 2007 des Festkomitees des Kölner Karnevals von 1823 e.V.
Alljährlich erhält der Oberbürgermeister der Stadt Köln am 11. im 11. gemäß der
Tradition aus den Händen des Festkomitee-Präsidenten den ersten Orden des Festkomitees
des Kölner Karnevals von 1823 e.V. der neuen Session.
Die Orden im Kölner Karneval und
somit auch der Orden des Festkomitees hatten in der Vergangenheit unterschiedliche
Aussagen und Stilrichtungen. Mal humorvoll, mal karikierend, dann wieder würdevoll-edel
oder auch mit Symbolen der jecken Art versehen.
Der aktuelle Sessionsorden des Festkomitees greift den symbolhaften Stil der Orden wieder
auf. Dabei gibt es nicht nur einen mit diversen Symbolen versehenen Orden, sondern
zugleich eine ungewöhnliche Eigenart, die wiederum symbolhaften Charakter hat.
Als Hauptsymbol steht der Narr über dem Orden. Bei dieser Darstellung des Narren
handelt es sich um eine Abbildung aus einem historischen Karnevalsorden aus dem Jahr 1891.
Er schaut verschmitzt und zugleich mahnend, streckt drohend den Zeigefinger in die Höhe.
In der anderen Hand hält er den Spiegel, dessen große Bedeutung beim aufmerksamen
Betrachten des Ordens klar wird. Sei du der Narr halt den Spiegel vor
ist bei ganz genauem Hinschauen zu erkennen. Dies ist gleichsam die
Bedienungsanleitung für den Orden. Der Hinweis und der Spiegel sind wichtig,
weil sie die Grundidee entschlüsseln. Denn nur durch den Spiegel ist der Orden richtig zu
sehen. Mit Ausnahme des Schriftzuges Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823 ist
der Orden völlig spiegelverkehrt. Selbst das Motto und das Logo des Festkomitees sind
erst durch den Spiegel (des Narren) korrekt zu erkennen.
Bereits seit dem Mittelalter ist der Narr als eine Figur bekannt, die die verkehrte
Welt" symbolisiert. Er ist jemand, der außerhalb der gewohnten gesellschaftlichen
und moralischen Ordnung steht, indem er sich spiegelbildlich zur Norm verhält. Im Kölner Karneval ist der Narr jemand,
der für eine begrenzte Zeit (bis Aschermittwoch) diese verkehrte Welt
darstellt.
Ursprünglich hatte dies den Sinn, sich durch die zeitlich begrenzte Darstellung des
Ausnahmezustandes über den Wert und Sinn der normal, geordneten Welt wieder bewusster zu
werden. An diese historischen Aspekte erinnert der Orden.
Gleichsam einer friedlichen Waffe nutzt der Narr den Spiegel. Der Spiegel hat zwei
grundsätzliche Bedeutungen: beim Narren steht er für Eitelkeit, die dann im Karneval
karikiert wurde. Bei mittelalterlichen Darstellungen der Jungfrau Maria steht er dagegen
als Symbol der Reinheit, Klugheit und der Tugend. Hiervon leitet sich die Symbolik der
Kölner Jungfrau, die ein Symbol der freien, unbefleckten Reichsstadt Köln war, ab. In
der karnevalistischen Darstellung der Jungfrau haben sich heute beide Bedeutungen
vermischt.
Als das Wahrzeichen unserer Stadt Colonia und als Brückenschlag zur Verbundenheit mit der
Kirche ist im Zentrum des Ordens der Hohe Dom zu Köln abgebildet. Ihm braucht übrigens
keiner den Spiegel vorhalten. Durch die Abbildung der Westfassade entsteht der Effekt,
dass der Dom immer richtig zu sehen ist. Direkt und auch im Spiegel.
Der Dom ist deshalb im Zentrum des Ordens, weil er zentrales Identifikationssymbol Kölns,
sowohl für Auswärtige, als auch für Stadtbewohner, ist. Damit wird auch der Bezug zum
Motto Mir all sin Kölle! hergestellt. Der Dom verbindet. Nach dem Krieg war
der Dom der Anker, an dem sich das Kölner Selbstbewusstsein wieder aufrichtete. Auch das
Sessionsmotto kommt selbstbewusst daher.
Pritsche, Dreschflegel und Spiegel stehen als Zeichen für das Kölner Dreigestirn. Damit
finden sich in dem Orden nicht alle drei Insignien des Trifoliums. Mit dem Dreschflegel
als Zeichen der Wehrhaftigkeit ist der Bauer zwar präsent, aber der Orden verwehrt ihm
die Schlüssel der Stadt. Der Narr lässt sich eben gern beschützen, aber nicht
wegschließen. Der Narr hat die Schlüssel, das Zeichen über die Hoheit über die Stadt,
versteckt.
Mit großen, leuchtenden Augen schauen uns nicht weniger als drei Eulen an. Die Eule ist
ein sehr altes Narrenzeichen: Eigentlich steht sie als Symbol für die Weisheit, wird aber
schon früh als Zeichen der Narrenweisheit auf Karnevalsorden verwendet. Eine der Eulen
trägt die Narrenkappe.
Die Narrenkappe war ursprünglich im Mittelalter ein Zeichen der gesellschaftlichen
Außenseiterrolle des Narren. Die Kölner Narrenkappe wurde 1827 als bunte Mütze erfunden
und diente als ein Erkennungszeichen für die Mitglieder der Kölner
Karnevalsgesellschaft. Sie ist also streng genommen keine Narrenkappe, sondern eine
Gesellschaftsmütze. Erst ähnelte sie einer Zipfelmütze. Später entwickelte sich die
Mützenform weiter zum heutigen Typ. Heute markiert der Aufwand an Dekor (Silber, Gold,
Strasssteine) die Position des Trägers in der karnevalistischen Gesellschaft.
Die Zeichen Sonne, hier durch die Sonnenstrahlen dargestellt, und Halbmond gehören als
Gegensatzpaar zusammen. Die Sonne ist ein Symbol für die ewige, beständige Weis- und
Wahrheit sowie das Licht. Demgegenüber versinnbildlicht der Mond das Unbeständige, das
Wechselhafte, kurz das Launenhafte. Der Mond leuchtet eben nicht selbst, sondern
reflektiert nur das Licht der Sonne zurück auf die Erde. Er wurde daher wiederum als
Symbol des Narren gesehen, der wie schon beschrieben die verkehrte Welt"
verkörperte. So kennzeichnen Goldschmiede bis heute ihre Goldarbeiten mit einem
Sonnenstempel, Silberarbeiten mit einem Halbmond.
Das Goldene Buch des Ordens schafft den Bezug zum Goldenen Buch des Festkomitees. Dieses
Buch - zu sehen im Kölner Karnevalsmuseum - ist das närrische Gegenbild zum Goldenen
Buch der Stadt Köln. Weitere Zeichen, Verzierungen und kleine Muster des Ordens erlauben
ein Rätselraten des Betrachters. Auch das darf der Narr tun.
Anlass dieses symbolstarken Ordens ist die Erinnerung an die Wurzeln des Karnevals. Diese
Wurzeln haben gerade im Jahr 2007 eine tiefe Bedeutung. Am 19. Januar 1947 konstituierte
sich der Festausschuss nach dem Krieg neu. 1957 nahm er die ursprüngliche
Bezeichnung Festkomitee wieder an. Dies bedeutet für 2007 im Bezug auf die
Wiedergeburt nach dem Krieg 60 Jahre Festausschuss und 50 Jahre Festkomitee.
Kontakt:
Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823 e.V.
Sigrid Krebs
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes
Mobil: 0170 / 235 00 80
EMail: sigrid.krebs@koelnerkarneval.de |
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